Als höchster Berg der Erde wird üblicher Weise der Mount Everest bezeichnet. Der Gipfel befindet sich 8.844 m über dem Meeresspiegel (NN)
und ist damit die höchste Erhebung über dem Meer.
Bereits in der Antike waren Völker auf der Suche nach dem höchsten Berg der
Welt. Die alten Griechen hielten den Olymp (2917 m) für die höchste Erhebung. Auch
die Entdeckung eines riesigen mit Schnee bedeckten Berges in Afrika (Kilimandscharo)
von Ptolemäus um 100 v. Chr. änderte nichts am damaligen Weltbild der Griechen. Das
jüdische Volk der Samaritaner hielt ihren heiligen Berg Gerizim für den Mittelpunkt
und den der Erdehöchsten Berg.
Das "Thesaurus Geographicus: A New Body of Geography; or, A Compleat
Description of the Earth" von 1695 nennt den El Pico del Teide auf Teneriffa als den
weltweit höchsten Berg. Später galt der Chimborazo als höchster Berg und die Anden als höchstes Gebirge der Erde. Der Teide galt jedoch weiterhin als größter Berg
der Alten Welt. Kein Wunder, da man das Himalaya-Gebirge für eine Vulkankette hielt (die Schneewehen und die Wolken deutete man als
Rauch) und den Kilimandscharo noch nicht (wieder-)entdeckt hatte. Bereits 1784
versuchte der britische Jurist Sir William Jones vergeblich zu beweisen, dass das
Himalaya-Gebirge das höchste Gebirge der Welt ist. 1809 vermaßen Lt. William Spencer
Webb und Capt. John Hodgson den Dhaulagiri mit 8.190 m (eigentlich 8.167 m). Er war
somit der höchste Berg der Welt und der erste Achttausender. Für die nächsten 30
Jahre blieb er auch der höchste Berg der Welt, da es kein Durchkommen in das
Himalaya-Gebirge gab.
1849 gab es die ersten Vermessungen, die erbrachten, dass der Mt. Everest der
höchste Berg der Welt sei. Offiziell von Indien erkannt wurde dies 1856. Zur
damaligen Zeit schlossen Fachleute nicht aus, dass es noch höhere, bis dato
unentdeckte Berge gäbe. Im Meyers Konversationslexikon von 1888 steht ... Letztere
steigt im Mount Everest (Gaurisankar) in Bhutan, dem höchsten bekannten Gipfel der
E., bis 8839 m... . Der Mount Everestist in diesem Lexikon unter dem Namen "Gaurisankar" zu finden. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt man es für möglich, dass
in der tibetischen Region Amdo ein noch höherer Berg stehe. Es war damals verboten,
diese (heilige) Region zu betreten.
Übersicht über die höchsten Gipfeln der Welt
Erdmittelpunkt
Nimmt man den Erdmittelpunkt als Bezugspunkt, übertrifft der Chimborazo in
Ecuador (der 101. höchste Berg bei Messung von NN) mit 6.384,557 km den Mount
Everest (6.382,414 km) um mehr als zwei Kilometer.
Der Unterschied resultiert daraus, dass die Erde aufgrund der Rotation und der
sich daraus ergebenden Fliehkraft keine Kugel ist, sondern ein Rotationsellipsoid,
dessen Radius an den Polen (6.356,752 km) kleiner und am Äquator (6.378,137 km)
größer ist. Der Unterschied der Radien beträgt rund 21 km.
Nach dieser Messmethode muss sich der Mount Everest in der Rangliste sogar mit
Platz sechs begnügen, da derHimalaya relativ weit nördlich liegt (29° nördl.
Breite). So drängeln sich noch weitere Fünf- und Sechstausender (über NN) in den
zentralamerikanischen Anden und der Kilimandscharo im afrikanischen Tansania vor die
insgesamt 14 Achttausender im asiatischen Gebirgsmassiv.